Therapie bei Zeitverschiebung


FOLGENDE WICHTIGE HINWEISE SOLLTEN SIE UNBEDINGT BEACHTEN

Allgemein gültige Patentrezepte, wie die Behandlung mit Blutzuckersenkenden Tabletten oder mit Insulin auf die Zeitverschiebung eingestellt werden sollte, existieren nicht. Doch es gibt allgemeine Empfehlungen, die es allen Menschen mit Diabetes erleichtern, ihre Therapie auch dieser Situation anzupassen und an jeden Ort der Welt zu fliegen. Solche Empfehlungen finden Sie auf dieser Seite. Keinesfalls können sie jedoch eine Beratung durch Ihren Arzt ersetzen! Jeder Mensch ist anders und reagiert auf seine Weise. Was Ihr Stoffwechsel erfordert, wissen Sie und Ihr Arzt am besten.

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Blutzucker-Kontrolle häufiger als sonst

Vor allem längere Flüge belasten den Organismus: Stundenlanges Sitzen ohne erholsamen Schlaf wie reichhaltiges und oftmals schweres Essen. Die Zeitverschiebung bringt den Biorhythmus durcheinander. Hinzu kommt meist noch die innere Aufregung. Kurz: Für die meisten Menschen - mit oder ohne Diabetes - bedeutet eine längere Flugreise Stress und der kann den Blutzuckerspiegel klettern lassen. Vor allem, wenn auch noch Blutzuckersenkende Bewegung fehlt. Um einen Anstieg Ihrer Werte rechtzeitig mitzubekommen, sollten Sie also häufiger als üblich messen. Mindestens alle drei Stunden besser in noch kürzeren Zeitabständen. Nachts sind Blutzuckerkontrollen besonders notwendig! Bei Bedarf den Blutzuckerspiegel mit Normalinsulin oder schnelle Insulinanaloga senken, Kohlenhydratgehalt der Mahlzeiten verringern.

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Kontrolle der aktuellen Uhrzeit

Anpassung der Einnahme der Blutzuckersenkenden Tabletten an die Zeitverschiebung

Bei einem Flug Richtung Westen mit Verlängerung des Tages haben Sie einen Mehrbedarf an Tabletten. Bei einem Flug in Richtung Osten verkürzt sich der Tag bzw. die Nacht und Sie haben einen geringeren Bedarf an Blutzuckersenkenden Tabletten. Die Regulierung des Blutzuckerspiegels mit Hilfe von Tabletten bietet zur Zeit eine große Zahl an Produkten, die unterschiedliche Wirkansätze, Wirkspitzen und Wirklängen haben. Zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels und zur Korrektur zu hoher Blutzuckerwerte sollten Blutzuckermessgerät und Blutzuckersensoren sowie Normalinsulin oder schnelle Analoga zur Verfügung stehen. Allgemeinregeln können schlecht gegeben werden. Besprechen Sie Ihren individuellen Therapieplan für Ihre Zeitverschiebung mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Anpassung der Insulintherapie an die Zeitverschiebung

Egal in welche Richtung Sie fliegen und wie Sie Ihren Diabetes therapieren: Gerade bei Fernreisen mit Zeitverschiebung müssen Sie Ihren Blutzuckerspiegel besonders häufig kontrollieren. Nur dann können Sie Ihre Therapie optimal anpassen. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten allgemeinen Regeln. Ein genaues Therapieschema sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt entwickeln und besprechen!

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... nach Westen

Konventionelle Insulintherapie:

Beispiel: Frankfurt/Main - New York

  • Abflug 10.00 Uhr
  • Ankunft 12.45 Uhr (Ortszeit) - der Tag verlängert sich um zirka 6 Stunden
  • 1. Am Morgen des Abflugtages die Insulindosis des Mischinsulins beibehalten, BE/KHE wie gewohnt zu sich nehmen.
  • 2. Blutzuckerspiegel alle 3 Stunden kontrollieren
  • 3. Mittagessen im Flugzeug wie immer
  • 4. Mittagessen in New York mit mahlzeitenbezogener Extragabe von Normalinsulin oder schnelle Analoga
  • 5. Abendinsulingabe des Mischinsulins in New York wie gewohnt

Insulintherapie bei Zeitverschiebung

Intensivierte Insulintherapie:

Beispiel: Frankfurt/Main - New York

  • Abflug: 10.00 Uhr
  • Ankunft: 12.45 Uhr (Ortszeit) - der Tag verlängert sich um zirka 6 Stunden
  • 1. Vor dem Abflug Basalinsulin und mahlzeitenbezogene Normalinsulingabe oder schnelle Analoga wie bisher
  • 2. Alle drei Stunden den Blutzuckerpiegel kontrollieren und mit Normalinsulin oder schnellen Analoga mit Korrekturfaktor für den Tag korrigieren, die mahlzeitenbezogenen Bolusgaben mit Normalinsulin oder schnellen Analoga bleibt
  • 3. Am Zielort die Zeit umstellen, weiterhin alle 3 Stunden den Blutzuckerspiegel messen und gegebenenfalls mit Normalinsulin oder schnellen Analoga korrigieren und bei Mahlzeiten die Bolusgabe mit Normalinsulin oder Insulinanaloga nicht vergessen
  • 4. Spätabends in New York, die übliche Gabe des Basalinsulins spritzen.
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... nach Osten

Konventionelle Insulintherapie:

Beispiel: Frankfurt/Main - Tokio

  • Abflug 13.00
  • Ankunft 8.00 (Ortszeit am folgenden Tag) - der Tag verkürzt sich um zirka 9 Stunden.
  • 1. Insulindosis des Mischinsulins am Abflugtag beibehalten
  • 2. Alle 3 Stunden Blutzuckerspiegel kontrollieren
  • 3. Abends gegen 19.00 Uhr lässt die Insulinwirkung Ihres am Morgen injizierten Mischinsulins nach. Zeit um 9 Stunden vorstellen (4 Uhr Ortszeit Tokio)
  • 4. Nach erfolgter Blutzucker-Messung (Blutzucker-Messung alle drei Stunden!) Normalinsulingabe oder schnelle Analoga zur Korrektur und/oder fürs Abendessen injizieren
  • 5. Morgens um ca. 7.00 (nach erfolgter Zeitumstellung) die gewohnte Menge Mischinsulin injizieren.

Intensivierte Insulintherapie:

Beispiel: Frankfurt/Main - Tokio

  • Abflug 13.00
  • Ankunft 8.00 (Ortszeit am folgenden Tag) - der Tag verkürzt sich um zirka 9 Stunden.
  • 1. Am Abflugtag Basalinsulin und mahlzeitenbezogene Normalinsulingabe oder Insulinanaloga wie bisher
  • 2. Alle 3 Stunden Blutzuckerspiegel kontrollieren und mit Normalinsulin oder schnellen Analoga nach Korrekturfaktor für den Tag korrigieren, die mahlzeitbezogenen Bolusabgaben mit Normalinsulin oder Insulinanaloga bleiben
  • 3. Um 19.00 Uhr auf Ortszeit Tokio (4 Uhr Ortszeit Tokio) umstellen. Um diese Zeit lässt die Wirkung Ihrer Basalinsulindosis vom Morgen nach.
  • 4. Um 7.00 Uhr Tokio Zeit, Morgen-Basalinsulingabe wie gewöhnlich und mit Normalinsulin oder schnelle Analoga nach Korrekturfaktor für den Tag korrigieren. Die Bolusgabe mit Normal- oder schnelle Analoga für die Mahlzeit bleibt.
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Während des Fluges zur Blutzuckerkorrektur nur Normalinsulin oder schnelle Analoga

Als Extrainsulin zur Blutzuckerregulierung sollten Sie ausschließlich Normalinsulin oder schnelle Analoga verwenden. Seine kürzere Wirkdauer erleichtert das Einstellen des Blutzuckerspiegels.

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Die erste Nacht nach der Zeitverschiebung

Endlich am Reiseziel angekommen, fallen viele in einen Erschöpfungsschlaf. Achtung, gerade in dieser ersten Nacht nach der Zeitverschiebung ist die Gefahr groß, in einen Unterzucker zu geraten. Deshalb vor dem Schlafengehen noch einmal den Blutzuckerspiegel kontrollieren und gegebenenfalls mit zusätzlichen BE/KHE anheben.

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