Anreise
Reisen mit Auto, Bahn oder Bus
Insulin oder Tabletteneinnahme
Spritzen Sie am Anreisetag Ihre gewohnte Insulinmenge zu den üblichen Zeiten, bzw. nehmen Sie zur üblichen Zeit ihre normale Dosis Blutzuckersenkender Tabletten. Auch Ihre Mahlzeiten sollten Sie zu den gewohnten Zeiten einplanen.
Transport des Insulins
Im Sommer muss Insulin nicht unbedingt in einer Kühltasche transportiert werden. Es ist weniger temperaturempfindlich, als angenommen wird. Über 40° Celsius darf es allerdings nicht erwärmt werden. Deswegen sollten Sie es im Auto nicht hinten auf der Hutablage oder auf der Konsole unter der Windschutzscheibe deponieren, denn diesen Bereich heizt die Sonne auf. Vor allem im Stau schießen die Temperaturen weit über den kritischen Wert von 40° C hinaus. Schützen Sie Ihr Insulin immer vor direkter Sonneneinstrahlung. Lassen Sie es nicht im Auto liegen, wenn Sie eine längere Pause - z. B. im Restaurant - einlegen. Nehmen Sie Ihr Insulin lieber mit.
Auch im Winter muss das Insulin vor extremen Temperaturen geschützt werden, daher empfiehlt es sich, das Insulin für den Tagesbedarf nah am Körper zu tragen. Z. Bsp. in der Innentasche des Skianzuges. Gefrorenes Insulin darf nicht mehr verwendet werden.
Vor dem Start Blutzuckerspiegel testen
Messen Sie unmittelbar vor Fahrtantritt Ihren Blutzuckerspiegel. Unterzuckerungen mit Traubenzucker beseitigen und warten, bis die volle Konzentrationsfähigkeit wieder da ist. Sicherheitshalber noch 1-2 BE/KHE essen, wenn der Blutzuckerspiegel niedrig ist (150mg/dl sind empfehlenswert).
Essen und Trinken
Ihre Mahlzeiten sollten Sie auch während der Fahrt im gewohnten Rhythmus und mit der gewohnten BE/KHE Menge zu sich nehmen. Tun Sie alles dafür, nie am Steuer zu unterzuckern. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Blutzuckerspiegel über 120mg/dl liegt, essen Sie sicherheitshalber etwas zwischendurch. Zwischenmahlzeiten und Traubenzucker, Brot, Obst, Kekse mitnehmen, aber rechnen Sie nicht zu knapp. Ein Stau bildet sich schneller, als man denkt, und dauert oft auch länger als erwartet. Traubenzucker als Not-BEs immer griffbereit halten! Bei den geringsten Anzeichen einer Unterzuckerung die Fahrt unterbrechen, ausreichend Traubenzucker essen und abwarten (30 Minuten Pause, bis die volle Konzentrationsfähigkeit wieder da ist; Blutzucker-Selbstkontrolle.) Legen Sie alle zwei Stunden eine Pause ein, und messen Sie Ihren Blutzuckerspiegel. Je nach Ergebnis sollten Sie nun Zusatz BE/KHE zu sich nehmen. Für lange Wartezeiten ausreichend Flüssigkeit zum Trinken dabei haben.
Autofahren und Alkohol
Null Promille am Steuer ist eine Selbstverständlichkeit. Nach einer abendlichen Feier mit Alkoholgenuss ist am nächsten Morgen Vorsicht geboten! Unterzuckerungsgefahr!
hochMit dem Flugzeug
Transport des Insulins
Alles, was Sie für die Behandlung Ihres Diabetes brauchen, gehört ins Handgepäck. Denn wird der Frachtraum nicht oder nur ungenügend geheizt, herrschen dort - bei Flughöhen von immerhin 8000 bis 10 000 Metern - eisige Minustemperaturen. Einen solchen Transport übersteht kein Insulin, es wird unbrauchbar. Auch wenn die Lufthansa in ihren Verkehrsflugzeugen die Frachträume temperiert, empfiehlt ihr medizinischer Dienst dennoch, das gesamte Urlaubsinsulin mit in die Kabine zu nehmen.
Neue Sicherheitsbestimmungen
Seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 sind die Sicherheitsbestimmungen verschärft worden. Menschen mit Diabetes, die ihren medizinischen Bedarf mit an Bord eines Flugzeugs nehmen möchten, brauchen ab sofort ein Attest Ihres Arztes. Nur so können sie auch weiterhin Spritzen, Pens, Pumpen und alle weiteren notwendigen medizinischen Geräte mit sich führen. Einen Vordruck können Sie bestellen bei:
DDB - Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Herrn Reiner Hub
Offenbachstr. 12
74629 Pfedelbach
Flüge innerhalb der USA - besondere Bestimmungen
Seit November 2001 gelten für inneramerikanischen Flüge verschärfte Sicherheitsbestimmungen. Für den gesamten Therapiebedarf sind grundsätzlich Originalpackungen vorgeschrieben. Das ärztliche Attest sollte in englischer Sprache sein. Weisen Sie das Bodenpersonal vor der Sicherheitskontrolle mit Hilfe Ihres ärztlichen Attests darauf hin, dass sie an Diabetes mellitus erkrankt sind und das ständige Mitführen der angegebenen Produkte auf Ihrem Attest für Sie lebensnotwendig sind.
Alleinreisenden ist folgender Schritt zu empfehlen: Damit Ihr Verhalten bei einer möglichen Unterzuckerung nicht fehlinterpretiert wird, informieren sie vorab das Boden- und Kabinenpersonal, dass Sie an Diabetes mellitus erkrankt sind und zu niedrige Werte Verwirrt- und Benommenheit hervorrufen können. Erklären Sie, dass man Ihnen in dieser Situation schnellstens ein gezuckertes Getränk oder Zucker pur geben soll. Bei Bewusstlosigkeit nichts einflößen, sofort ärztliche Hilfe rufen.
Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Sicherheitsbestimmungen noch ändern und verschärfen. Deswegen sollten Sie sich vor Reisebeginn z.B. bei Ihrem Reiseveranstalter nach den aktuellen Vorschriften erkundigen.
Essen und Trinken an Bord
Auf internationalen Flügen bietet die Lufthansa spezielle Menüs für Menschen mit Diabetes an. Zusätzliche Kosten entstehen Ihnen dafür nicht. Am besten, Sie bestellen dieses Sonderessen gleich bei der Buchung, oder Sie rufen im Call-Center an. Allerdings muss die Bestellung spätestens 24 Stunden vor Reisebeginn eingehen. Sondergerichte für Menschen mit Diabetes werden ohne Zucker und mit wenig Fett zubereitet. Sie enthalten keine panierten Produkte, Alkohol wird nicht gereicht. Die BEs müssen Sie dennoch schätzen und Ihre Insulindosis und/oder Ihre persönlichen Portionen an Ihren Blutzuckerwerten ausrichten.
Wenn Sie mit einer anderen Fluglinie reisen, sollten Sie sich gleich bei der Buchung nach solchen Angeboten erkundigen. Gibt es keine speziellen Mahlzeiten für Menschen mit Diabetes, fragen Sie nach einem vegetarischen Gericht. Auf alle Fälle NotBE/KHE z.B. in Form von Trockenobst, Zwieback, Kekse dabei haben.
hoch

