Sport- und Aktivurlaub


Sport und körperliche Aktivität

Sport und körperliche Aktivität

Bewegung hält fit und bringt Spass. Ob Sie nun regelmäßig trainieren, mit dem Fahrrad unterwegs sind, einen Aktivurlaub planen oder in der Disco die Nacht zum Tag machen: Hauptsache, Sie fühlen sich wohl. Es gibt keine Sportart, die bei Diabetes besonders geeignet ist und nur wenige, die völlig ungeeignet wären. Sogar Leistungsport ist möglich, wenn Sie sich richtig vorbereitet haben. Muskelarbeit, egal ob beim Sport oder beim Tanzen, senkt den Blutzuckerspiegel. Damit Ihr Blutzuckerspiegel nicht in den Keller rutscht, muss Ihre Diabetesbehandlung daran angepasst werden. Leider gibt es keine Rezepte, die für jeden gelten.

Auf dieser Seite geben wir Ihnen allgemeine Empfehlungen. Ein beratendes Gespräch mit Ihrem Arzt oder Diabetesteam vor Urlaubsbeginn, ob die von Ihnen ausgewählte Sportart für Sie geeignet ist und welche Anpassung bei der Diabetesbehandlung notwendig ist, können diese allgemeinen Regeln jedoch nicht ersetzen!

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Sport und körperliche Aktivität

Unter- und Überzuckerungen vermeiden

Unterzuckerungen, hervorgerufen durch Bewegung, können durch Reduktion der Blutzuckersenkenden Medikamente und/oder zusätzliche Kohlenhydrate vermieden werden.

Sorgfältige Blutzuckerkontrollen vor, während und nach körperlicher Aktivität helfen Ihnen, Ihre Anpassungsmaßnahmen zu überprüfen. Vielen Menschen mit Diabetes ist nicht bekannt, dass wenn zu wenig oder kein Insulin im Blut ist, Muskelarbeit zu einem weiteren Anstieg des Blutzuckerspiegels führt, es besteht Ketoazidosegefahr. Testen Sie deshalb bei Blutzuckerwerten über 240mg/dl zusätzlich das Azeton. Ist der Azetontest positiv, darf auf keinen Fall mit der körperlichen Aktivität begonnen werden. Bereits begonnene Muskelarbeit muss sofort beendet werden. Beseitigen Sie erst Ihren Insulinmangel mit kurzwirkendem Insulin, (jeder Mensch mit Diabetes sollte dieses Thema mit seinem behandelnden Arzt besprechen, um richtig auf eine derartige Stoffwechselentgleisung reagieren zu können) trinken Sie viel Wasser und warten Sie ab, bis der Stoffwechsel wieder stabil ist (Azeton negativ, Blutzuckerspiegel gesunken)

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Darauf kommt es an

Ob Sie weniger Blutzuckersenkende Tabletten oder weniger Insulin spritzen, mehr Kohlenhydrate essen sollten und wieviel mehr oder weniger hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Ihr aktueller Blutzuckerwert
  • Die Dauer Ihrer körperlichen Aktivität (1/2 bis 1 Stunde oder sehr viel länger)
  • Das Ausmaß der Anstrengung (kurze Belastung oder andauernd volle Leistung)
  • Tabletten, Insulin und Nahrung, die noch im Körper wirken (gerade gespritzt und gegessen oder kurz vor der nächsten Mahlzeit)
  • Trainingszustand (austrainierte Sportler besitzen größere Glykogen-Reserven in den Muskeln und der Leber. Ihr Herz-Kreislaufsystem ist leistungsfähiger. All das führt dazu, dass der Blutzuckerspiegel während einer sportlichen Belastung beim Trainierten weniger abfällt als beim Untrainierten).
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Anpassung der Tablettentherapie

  • Sulfonylharnstoffe: Die Tablettendosis muss oft in Zusammenhang mit körperlichen Aktivitäten reduziert werden.
  • Biguanide, Resorptionsverzögerer, Insulinsensitizer: In Zusammenhang mit Sport ist keine Dosisreduktion nötig.
  • Resorptionsverzögerer + Sulfonylharnstoffe/Insulin

Zur Behandlung von Unterzuckerungen darf nur reine Glukose verwandt werden, keine Mehrfachzucker!

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Verschiedene Insulintherapien und Sport

  • Konventionelle Insulintherapie (CT): Die Insulinversorgung kann fast nicht variiert werden. Anpassung an Sport meist nur über zusätzliche Kohlenhydrate möglich.
  • Intensivierte Insulintherapie (ICT): Hier besteht die Möglichkeit, das Basis-und Bolusinsulin zu reduzieren und die Kohlenhydratzufuhr zu erhöhen.
  • Insulinpumpentherapie: Auch hier kann individuell das Basis- und Bolusinsulin angepasst werden sowie die Kohlenhydratzufuhr erhöht werden.

Besprechen Sie Ihre individuelle Dosisanpassung mit Ihrem behandelnden Arzt.

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Kontrollen zwischendurch

Messen Sie während des Sports immer wieder Ihren Blutzuckerspiegel. Das Ergebnis verrät Ihnen rechtzeitig, wenn Ihre Werte absacken. Zum Gegensteuern sollten Sie immer schnell wirkende Kohlenhydrate griffbereit halten.

Helfer bei zu niedrigen Blutzuckerwerten:

  • Cola (Eine 0,3 l Dose enthält zirka 36g Kohlenhydrate, die hochkonzentrierte Zuckerlösung schießt sofort ins Blut)
  • Glukose-Gel (Flüssigzucker enthält neben Glukose und anderen Zuckerarten noch Wasser; 1 Beutel Carrero zirka 12g Kohlenhydrate; 1 Tube Jubin zirka 30g Kohlenhydrate. Glukose-Gels sind absolut schweiß- und wasserdicht verpackt, wirken aber langsamer als Cola
  • Traubenzucker (z.B. Dextro-Energen - 5 Täfelchen enthalten zirka 24g Kohlenhydrate, schießen sofort ins Blut. Die Verpackung ist nicht schweiß- und wasserdicht).

Tipp für Wassersportler: Die Firma Ortlieb stellt wasserdichte Beutel in allen Größen her. Erhältlich in Ausrüstungsgeschäften für Globetrotter oder im Internetversand.

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Nach dem Sport

Ein Tagesmarsch kann vor allem bei Untrainierten die Glykogenspeicher (Zuckerspeicher) in Muskulatur und Leber ziemlich plündern. Ein Teil der anschließend verzehrten Kohlenhydrate ist nun dafür da, diese Depots wieder aufzufüllen. Das heißt: Nach ausgiebiger, längerer Belastung lassen Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel nicht im gewohnten Maß steigen. Bei der Festlegung Ihrer Mahlzeiten und beim Errechnen Ihrer Insulindosis sollten Sie berücksichtigen, dass sich dieser Auffülleffekt über viele Stunden bis zu einem oder mehreren Tage hinziehen kann.

Um Unterzucker zu vermeiden, erhöhen Sie nach einer anstrengenden Tagestour den Kohlenhydratgehalt Ihrer Mahlzeit, und reduzieren Sie die Insulindosis vor dem Abendessen. Meist gilt das auch für Ihre Spätdosis. Um die Auswirkungen dieser Maßnahmen rechtzeitig mitzubekommen, kontrollieren Sie öfter als sonst Ihre Werte. Vor dem Schlafengehen sollte nach solchen Anstrengungen der Blutzuckerspiegel deutlich höher liegen als an "faulen" Tagen. Messen Sie Werte von weniger als 120 mg/dl, sollten Sie mindestens 1 BE langwirkender Kohlenhydrate essen. Damit können Sie einer nächtlichen Unterzuckerung vorbeugen.

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Achten Sie auf richtige Sportschuhe

Zeigt her Eure Füße

Gute und optimal passende Sportschuhe sollten selbstverständlich getragen werden. Denken Sie bitte daran, dass Sie als Mensch mit Diabetes ein erhöhtes Risiko haben, dass es zu Leistungseinschränkungen, Schmerzen oder Entzündungen an Ihren Füßen kommen kann, auch wenn jahrelang keine Probleme aufgetreten sind. Zur Vorsicht sollten Sie jeden Abend ihre Füße genau inspizieren. Auch kleinste Verletzungen sollten sofort desinfiziert und fachkundig versorgt werden.

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