25.01.2006; Lucknow und die Straßen von Indien

20-30 mal pro Tag lande ich im Strassengraben oder im Sand neben der Strasse. Hier herrscht totale Kampflinie und es regiert das Recht des Staerkeren. Dauern muss mal alle entgegenkommenden Autos argwoehnisch beobachten, was koennte er jetzt machen. Gleichzeitig muss man das Terrain neben der Strasse im Auge behalten. Ist es geeignet, um das Rad schnell von der Strasse zu lenken, oder gibt es halbmeterhohe HIndernisse?

Die Fahrzeuge ueberholen ohne Ruecksicht auf die Schwachen des Strassenverkehrs und dann muss man sein Rad neben die Strasse lenken, stehenbleiben, neu anfahren. Anfangs entwickelte ich richtige Aggressionen gegen die tonnenschweren Killermaschinen, irgendwann muss man sich damit abfinden, das die Verkehrsregeln hier andere sind. Die armen Inder auf ihren klapprigen, ganglosen Raedern tun es auch - ohne zu murren, wie ich es immer wieder tue.

Wenn man dann einen dieser Brutalo-Truck-Lenker an einem Rastplatz trifft und mit ihm einen Tee trinkt, ist er der netteste Mensch. Er wuerde es gar nicht verstehen, wenn man ihn wegen seiner Fahrweise kritisiert - das ist Indien.

Bei Lucknow kam ich an einen geschlossenen Bahnschranken - und das dauert in Indien - gut eine halbe Stunde. Auf beiden Seiten des Schranken stauen sich die Fahrzeuge ueber die gesamte Strassenbreite. Wenn dieser dann aufgeht - ja, dann geht gar nichts mehr. Indien hat mehr als eine Milliarde Menschen.

Bahnübergang

Der Bundesstaat Uttar Pradesh, den ich jetzt durchquere, ist kleiner als Deutschland und hat fast 200 Milionen Menschen. Von Delhi bis Lucknow habe ich 500 km Landstrasse befahren, immer waren Menschen um mich. Viele Doerfer, die Strasse voll mit Menschen, Bus- und Truckgehupe, zwischendurch etwas abgehoben die Oberschicht in PKWs. Haben diese Reichen irgendeine Verbindung zu den teilweise elend lebenden Menschenmassen an der Strasse? Es scheint nicht so - sie brausen nur hupend und platzfordernd hindurch. Und alles springt zur Seite.

Lucknow          Lucknow

Der Strassenverkehr spiegelt in vielen das soziale Gefuege der indischen Gesellschaft - der groesste der Teil der Bevoelkerung muss zur Seite springen, um nicht ueberrollt zu werden. Seit gestern bin ich in Lucknow, der Hauptstadt von Uttar Pradesh. Den Namen der Stadt kennt wohl kaum jemand, aber sie hat fast 3 Millionen Einwohner und bietet auch einige kulturelle Highlights, dazu den Komfort der Grossstadt. Grund genug fuer mich, hier einen Ruhetag einzulegen.

Lucknow

Tagesetappen:
21.1. Delhi - Paikbara: 163,7 km
22.1. Paikbara - Tankstelle an der Strasse: 145,5 km
23.1. Tankstelle - Sitapur: 137,4 km
24.1. Sitapur - Lucknow: 93,4 km
25.1. Lucknow - Ruhetag


 

24.01.2006; von Delhi nach Lucknow

Die Zeit mit Markus ist vorbei. Es war einfach super, mit ihm die 2500 km von der iranisch/pakistanischen Grenze bis Delhi zu radeln. Auch sein Ziel ist Kathmandu, doch will er sich wesentlich mehr Zeit nehmen, dorthin zu kommen. So tranken wir am Freitag noch ein Abschiedsbier, er faehrt weiter nach Rajastan, ich nach Katmandu. Dort hoffen wir uns in den naechsten Wochen wieder zu treffen.

Markus auf dem Rad          Am Ganges

Markus ist ein Super-Kumpel und nicht nur das Radfahren verbindet uns. Auch er liebt die Berge, hat mit dem Trisul auch schon einen Gipfelerfolg auf einem 7000er. Aus einem voellig normal verlaufenden Berufsleben ist er ausgestiegen, hat sich auf das Rad gesetzt und ist von zu Hause losgefahren - in die Welt - frei - der Traum vieler. Aber er wird auch wieder heimkehren - dann, wenn ihm danach ist. Schaut doch mal auf seiner Webseite vorbei - www.schnizl.ch.tf - er gestaltet sie uebrigens selbst, von den Internet-Cafes aus.

Am Samstag war ich dann wieder allein auf der Strasse. Waren die bisher durchfahrenen Laender schon nicht gerade radfahrergerecht, so uebertrifft Indien alles, obwohl es hier mehr Radfahrer als irgendwo (vielleicht ausgenommen China) gibt. Bis Delhi habe ich das auf dem gut ausgebauten Highway Nr.1 kaum gemerkt. Aber jetzt, auf diesem rumpligen, schmalen Straesschen, das sich anmasst, Highway 24 zu heissen, kriege ich das indische Verkehrschaos total ab.


 

20.01.2006; Aufenthalt in Delhi

Gestern war es erst halb vier, als wir gerade noch 35 km bis Delhi hatten. Ploetzlich bildete ich mir ein, es doch noch bis in die Stadt schaffen zu wollen. Keine sehr intelligente Aktion, sich bei Einbruch der Dunkelheit in die abendliche Rush-hour dieses weitgehend unbekannten Grossstadt-Molochs zu wagen, und das mit Fahrraedern. Trotzdem Markus und ich hielten durch – bis knapp einen Kilometer vor unserem Ziel, der Traveller- und Hotelszene von Pahar Ganj. Dann haben wir uns im naechtlichen Verkehrsgewirr verloren und mussten unsere eigenen Wege gehen, das heisst, jeder hat in einem anderen Hotel eingecheckt. Beide sind wir dann ins naechste Internet-Café gerast und eine Stunde spaeter haben wir uns wieder gefunden und wenigstens gemeinsam diniert.

Heute machte ich dann wieder eine Sightseeing-Tour durch die indische Hauptstadt – etwas abgekuerzt, ich bin schliesslich schon das vierte Mal hier. Ich freue mich schon wieder auf die Landstrasse, wenn ich den Grossstadtlaerm hinter mir lassen kann, auf die laendliche Atmosphaere, die einfachen Huetten, das saftige Gruen der Felder, die Wasserbueffel. Hier sind die Menschen auch arm, aber sie wissen in Wuerde zu leben, die sozialen Gegensaetze sind weniger spuerbar. Der menschliche Zusammenhalt ist spuerbar, auch fuer mich als Fremden.

Red Fort          Red Fort

Strassenbild Delhi          Strassebild Delhi

Tagesetappen:
16.1. Amritsar – Phagwara: 107,6 km
17.1. Phagwara – Mandi Gobindgarh: 96,6 km
18.1. Mandi Gobindgarh – Nilokheri: 127,5 km
19.1. Nilokheri – Delhi (Pahar Ganj): 158,7 km
20.1. Delhi – Ruhetag


 

19.01.2006; Amritsar - Dehli

Knapp 500 km haben wir von Amritsar nach Delhi zurueckgelegt. Die Strasse ist gut, es ist immerhin der National Highway Nr.1, das Wetter war es nicht unbedingt – Regen und eine Menge Gegenwind.

Uebernachtet haben wir in Doerfern und Kleinstaedten, in denen nie ein Tourist haelt – Phagwara, Mandi Gobindgarh, Nilokheri – und hier erlebt man, dass die Inder abseits der Touristenattraktionen ein sehr angenehmes Volk sind, hilfsbereit, immer freundlich, und viele koennen auch gut Englisch, was den Kontakt erleichtert.

In den 80-iger Jahren war ich dreimal in Indien gewesen. Damals war das Reisen zwar auch nicht schwer gewesen, aber es war doch komplett anders als in der westlichen Welt. Das Land hat sich seither unheimlich weiter entwickelt. Man bekommt so ziemlich alles hier, westlicher Komfort ist ueberall verfuegbar, man kann ein wirklich angenehmes Leben fuehren – wenn man das noetige Kleingeld hat. Dieses scheint auch vielen Indern zur Verfuegung zu stehen. Umso krasser empfindet man heute die Elendsviertel, wo die Menschen noch immer halbnackt auf und aus Muellhalden leben. Und dieses Elend ist ueberall sichtbar, selbst in hochmodernen Shopping Malls.

Grabmal          Strassenbild Delhi

Die Grossstaedte Indiens bleiben ein Wechselbad der Gefuehle. Ich liebe sie nicht. Die sozialen Gegensaetze sind hier besonders spuerbar, und ich bin ein Teil von ihnen – auf der reichen Seite – was das Gewissen auch nicht gerade erleichtert. Hinzu kommt das dauernd herrschende Verkehrschaos mit ohrenbetaeubendem Gehupe, und auch hier bin ich ein Teil davon – diesmal allerdings auf der Seite der Schwaechsten, jener der Radfahrer. Jedes Vorwaertskommen im Rikscha-, Bus- und Wasserbueffel-Wagen-Gewirr wird zur Harakiri-Aktion – besser erst nachher denken.


 

15.01.2006; Amritsar - Gedanken über Pakistan und Iran

Nun liegt Pakistan hinter mir, mehr noch, drei Monate intensivster Begegnung mit der islamischen Welt liegen hinter mir - eine Begegnung, die sich meist abseits der Touristenpfade abspielte. Es war eine unheimlich bereichernde Zeit fuer mich, eine Zeit, die ich absolut nicht unter dem Begriff Extremsport, sondern unter dem Begriff Traumurlaub einordnen moechte.

Ich bin schon viel gereist, aber nie habe ich solch durchgehende Gastfreundschaft wie in diesen fuenf Laendern erlebt. Nie ein boeses Wort gehoert, nie finanziell ueber den Tisch gezogen, keine unfairen Preise, "welcome" war wohl das haeufigste Wort, das ich zu hoeren bekam. Ich musste begreifen, dass Meining gemacht wird, auch meine Meinung und meine Vorurteile. Auch wenn ich mich noch so sehr fuer medienkritisch halte, ich kann der Meinungsmache nicht entkommen, und die anderen Traveller offensichtlich auch nicht.

Seit Monaten ist keiner mehr mit dem Fahrrad zur Gaenze (inclusive Baluchistan und Sindh) durch Pakistan gefahren, weil es als lebensgefaehrlich gilt - das Land der Terroristen und unregierbaren Stammesfuersten. Auch ich hatte ein flaues Gefuehl in der Magengrube, als ich die Grenze vom Iran nach Pakistan ueberschritt. Die Pakistanis wissen, dass sie in der westlichen Welt als Volk der Terroristen gelten und sie wissen auch (ebenso wie ich), wie ungerecht dieses Urteil ist. Immer wieder kommen sie auf diese Ungerechtigkeit zu sprechen. Es nagt an ihnen. Und in vorauseilendem Gehorsam gegenueber dem Westen werden Reisende abseits der Touristenpfade dann noch von voellig unnoetigen Polizeieskorten begleitet, die glauben machen, dass das Land wirklich gefaehrlich sei. De facto ist Touristen in Pakistan nie etwas passiert, was man von Amerika und Europa nicht behaupten kann.

Wild sehen sie schon aus, die Baluchen - zum Fuerchten. Doch wenn sie naeher kommen, verzieht sich ihr Mund, ein warmherziges Laecheln wird unter den wild-wallenden Baerten sichtbar, Sekunden spaeter ist man zum Tee oder zum Essen eingeladen.

Mann in Pakistan          Mann in Pakistan

Auch der vom Westen bedrohte Iran war ganz anders, als ich ihn auf Grund der Berichterstattung erwartet hatte. Ich kenne in Wien etliche junge, moderne Iraner und ich habe mich oft gewundert, warum sie so gerne in ihr Land fahren - nicht auf Kurzbesuch bei Verwandten, sondern auf ein, zwei, drei Jahre. Warum verlassen sie die Freiheit und gehen in die Sklaverei? Das war meine Frage. Nun weiss ich, dass man in diesem modernen Land ein sehr angenehmes Leben fuehren kann (auch als Frau), dass man kaum in seiner Freiheit eingeschraenkt ist, dass man weder zur Religion noch zu irgendeiner Heirat gezwungen wird.

Die Aussagen des Praesidenten stoeren nicht nur den Westen, sondern machen auch die Iraner nicht recht gluecklich. Sie identifizieren sich nicht mit seinen juengsten Ausspruechen. Es macht sie auch nachdenklich, dass ihr Praesident genau jene Aussagen liefert, die die Amerikaner und Teile des Westeuropas brauchen, um ihr Land zu diskreditieren und isolieren.

Meine letzten Stunden und Radkilometer in der islamischen Welt. Markus und ich sitzen am Strassenrand, von einigen pakistanischen Bauern zum Tee eingeladen. Wieder bedauern die Menschen, welch negative Meinung ueber ihr Volk verbreitet wird. Zur gleichen Zeit werden am anderen Ende des Landes, an der afghanischen Grenze achtzehn Bewohner eines Dorfes, darunter Frauen und Kinder, erschossen - von einer Macht, die die Welt mit ihrer Demokratie und die Pakistanis mit den Werten der "zivilisierten Welt" begluecken will.

Nun bin ich in einer voellig anderen Welt, auch wenn sich die Menschen und auch die Landschaft diesseits und jenseits der Grenze gleichen. Die sozialen Unterschiede sind hier in Indien viel krasser. Extem Reiche, daneben Menschen, die sich in und von Muellhalden ernaehren. Man bekommt hier alles in Indien, aber nur wenige koennen es sich auch leisten. Meinen ersten Tag in Indien habe ich stets in der Naehe des grossen Heiligtums der Sikh-Religion, dem Goldenen Tempel, verbracht und das mit Tausenden von Pilgern aus dem ganzen Land.

Tagesetappen ab Multan:
10.1. Multan – Chichawatni: 137,5 km
11.1. Chichawatni – Pattoki: 133,1, km
12.1. Pattoki – Lahore: 95,4 km
13.1. Lahore – Ruhetag
14.1. Lahore – pak./ind.Grenze – Amritsar: 57,7 km
15.1. Amritsar – Ruhetag


 

14.01.2006; Grenzüberquerung Pakistan-Indien

Gestern zu Mittag haben Markus und ich die pakistanisch-indische Grenze passiert - die beruehmte Wagah/Atari-border, der einzige Grenzuebergang zwischen diesen beiden riesigen Staaten.

Eineinhalb Stunden spaeter waren wir in Amritsar, der heiligen Stadt der Sikh mit ihrem Goldenen Tempel.

Goldener Tempel

Die Tage von Multan bis Amritsar verliefen recht ereignislos. Wir haben die 360 km von Multan nach Lahore in 3 Tagen zurueckgelegt (10.-12.Januar), die Naechte haben wir in Restaurants an der Strasse verbracht. Es war eine Fahrt durch ebenes Gelaende, Gehoefte, Aecker, Wasserbueffel, einige wenige, recht aermliche Staedte mit der fuer Suedasien ueblichen Verkehrshektik. Im Gegensatz zu Baluchistan ist diese Gegend dicht besiedelt, man sieht hier dauernd Menschen, in allen Farben gekleidet - ein buntes Bild.

Landleben

Den 13. Januar verbrachten wir in Lahore, eine Weltstadt mit 5 Millionen Einwohnern. Lahore ist einer der wenigen Plaetze in Pakistan, wo man alte islamische Kulturgueter findet - und diese Kultur unterscheidet sich stark von der arabischen oder persischen.

Im Lahore Fort          Lahore Starssenbild


 

06.01.2006; Khanpur - Multan

Am 6.1. erreichten wir Bahalwapur, die erste Stadt, in die sich zumindest hin und wieder Touristen verirren. Hier gelingt es uns endlich, der Polizei klarzumachen, dass wir keine weiteren Eskorten wollen. Und sie haben es bisher auch tatsaechlich akzeptiert. Vielleicht auch deshalb, weil wir nun das von Tourisen besuchte Pakistan erreicht haben.

Gestern legten wir ohne jegliche Begleitung die 100 km von Bahawalpur nach Multan zurueck. Eine eineinhalb Millionen-Stadt, die im Staub und im Verkehrschaos zu ersticken scheint. Kein wirklich schoener Platz zum Bleiben, aber wir brauchen ein bisschen Erholung, um die Abnuetzungerscheinungen in Grenzen zu halten. In den letzen 7 Tagen haben wir 935 km zurueckgelegt.

Tagesetappen:
1.1. Quetta - Sibi: 174,4 km
2.1. Sibi - Jacobabad: 167,7 km
3.1. Jacobabad - Sukkur: 87,9 km
4.1. Sukkur - Sadiqabad: 170,3 km
5.1. Sadiqabad - Khanpur: 74,9 km
6.1. Khanpur - Bahawalpur: 156,3 km
7.1. Bahawalpur - Multan: 103,0 km


 

03.01.2006; Sukkur - Khanpur

Am 3.1. erreichten wir in Sukkur den Indus. Seitdem sind wir im Flachland unterwegs. Die Gegend ist nicht mehr so einsam wie in Baluchistan, jede Menge Doerfer und Kleinstaedte mit zum Teil beaengstigendem Verkehrschaos - die einzig wirkliche Gefahr, die wir bisher in Pakistan ausmachen konnten.


 

01.01.2006; Quetta - Sibi

Silvester haben wir in Quetta verbracht. Die Nacht brachte das, was wir uns in unseren Landen erwarten - Schneefall.

Am Neujahrstag starten wir hinaus in eine weisse Landschaft. Es ist bitterkalt, nach zwei Stunden ist meine Getraenkeflasche gefroren. Wie es wohl meinem Insulin im Rucksack geht? Ich will es gar nicht wissen. Eine Stunde spaeter erreichen Markus und ich den Bolan-Pass und dort beginnt eine 70 km lange Abfahrt in den Fruehling, von 1800m hinunter auf 200m.

In den naechsten Tagen wird die Temperatur in Quetta auf minus 15 absinken. Wir sind gerade noch rechtzeitig "entkommen". Der Wintereinbruch ist auch der Grund, warum wir nicht die wesenlich kuerzere Route ueber Ziarat und Loralai genommen haben. Da geht es zum Teil ohne Asphalt auf 3000 m hinauf - wir waeren im Schnee erstickt oder bestenfalls erfroren. Nach 170km, knapp vor der Stadt Sibi nimmt uns die Polizei in Empfang. Fuer die naechste Woche kommen wir nicht mehr von der Polizei los. Stets wollen sie, dass wir unsere Raeder auf ihre Pick-Ups aufladen und sie uns zur naechsten Polizeistation bringen, wo uns das naechste Pick-Up uebernehmen soll. Wir setzen uns aber ueberall durch, bleiben auf unseren Raedern und machen unsere Tour so, wie wir wollen. Wir koennen aber nicht verhindern, dass immer wieder Polizei auftaucht und uns manchmal sogar den ganzen Tag hinterherfaehrt. Bei jeder Pause steigen sie aus und setzen sich mit ihren Kalaschnikows schuetzend neben uns. Das beeintraechigt natuerlich unsere Freiheit, unsere Gespraeche mit den Einheimischen. Wovor wollt ihr uns schuetzen? Vor dem freundlichsten Volk der Welt?, frage ich immer wieder die Polizisten. Aber sie haben ihre Anweisungen, zudem koennen sie kaum Englisch. Sie meinen, dass sie nur so unsere Sicherheit garantieren koennen. Wir hingegen erleben die Pakistanis als wunderbares, gastfreundliches Volk. Von Feindschaft gegen die Westler ist nichts zu merken, nie ein schlechtes Wort. Es gibt nur die allgemeine Ablehnung von George Bush, aber diese kann ich durchaus mit den Pakistanis teilen. Die Pakistanis bedauern auch, dass sie in den Weltmedien in den Ruf gekommen sind, ein Terroristen-Volk zu sein und Polizei-Eskorten, wie wir sie erlebt haben, koennen einen wirklich daran glauben lassen. Unberechtigterweise! Es gibt sehr wohl Anschlaege in Pakistan. Diese richten sich aber nie gegen Touristen, sondern betreffen meist Spannungen zwischen lokalen Stammes-Armeen und der Regierung. Die dauernde Polizei-Praesenz hat zumindest dazu gefuehrt, dass wir maechtig Kilometer gemacht haben - wir wollten einfach weiter.


 

Über

Geri Winkler

Geri Winkler
Diabetiker und Abenteurer
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Spruch des Tages

Nicht die Gastfreundschaft der Araber vergessen, wenn ich ihnen in meinem Land begegne!